Weihnachtswunder ♥
listen to my heartbeat,
it only beats for you…
Uggh, wie kann man schon so früh am Morgen solche Lügen im Radio spielen, dachte ich mir, während ich ein Kissen nach meinem Radiowecker warf. Tausendmal hat er mir diese Lüge aufgetischt und ich war so naiv und glaubte ihm jedes Mal.
Just laying here with you
Watch the sun becomes the moon
Das war jetzt genug; ich stand auf um den Wecker auszuschalten und mich auf die Arbeit vorzubereiten. Ein weiterer Arbeitstag in der “Kaufhaus-Hölle”. “Hölle” war das passende Wort für das einzige Kaufhaus in der Stadt zur Weihnachtszeit: überfüllte Läden, hektische Menschen und glückliche Paare…
Ich holte das schreckliche Kostüm aus meinem riesigen Kleiderschrank, welches jeder Angestellte in der Weihnachtszeit tragen musste, und ging ins Bad. Nach einer heißen Dusche machte ich mich fertig, aß noch schnell etwas und fuhr los.
Als ich meine Kollegin an der Kasse ablöste, hatte sich dort schon eine lange Schlange gebildet. Die Menschen waren selbst um diese Uhrzeit schon so hektisch und unfreundlich, als würden wir in fünf Minuten schließen.
Plötzlich hörte ich eine Männerstimme lachen und drehte mich zur Eingangstür um. Dort stand er, der schönste Mann, den ich je gesehen habe. “Komm schon, Nicole. Lass uns schnell das Spiel holen.” sagte er und dann sah ich sie. Natürlich war ein Mann wie er vergeben und natürlich gab er sich nicht mit durchschnittlichen Frauen ab, schon gar nicht mit welchen, die gerade ein Elfenkostüm trugen. Ich konnte meinen Blick nicht von den Beiden abwenden, bis mir auffiel, dass sie auf mich zukam. Mist, bestimmt fragt sie, weshalb ich sie so anstarre. Schnell fing ich an, das Erste zu etikettieren, was mir in die Hände fiel.
„Entschuldigung, ich bin auf der Suche nach diesem neuen Barbie Haus.“ sagte die blonde Schönheit freundlich mit einem Lächeln.
Da sah ich ihn; den Ring an ihrem Finger. Natürlich, wie sollte es anders sein, mein Traummann war verheiratet.
„Meinen Sie das Glam Haus?“ fragte ich. Neue Barbie Sachen waren jedes Jahr der Renner, genauso wie dieses Jahr. Alle kauften sie für ihre kleinen Mädchen neue Barbies.
Moment, ein Ehering UND Kinderspielzeug? Sie waren verheiratet UND hatten ein Kind? Komm runter, Alice, sie müssen kein eigenes Kind haben. Sie haben bestimmt ein Patenkind oder eine Nichte.
Betrübt zeigte ich ihr, wo das Haus stand und machte mich dann weiter an die Arbeit. Eine neue Lieferung kam am Morgen rein und ich durfte alles in die Regale einsortieren. Ich versuchte ihn zu vergessen, immerhin war er nur einer von zahlreichen Kunden und Männer gab es auf dieser Welt wohl oder übel genug. Trotzdem fiel es mir irgendwie schwer. Mein Blick schweifte durch den Laden, auf der Suche nach dem unbekanntem Fremden. Er stand mit seiner Frau noch immer bei den Barbie Sachen. Sie redeten und guckten immer wieder zu mir rüber.
War Sie eine von den über-eifersüchtigen Frauen? Naja, einerseits konnte ich Sie verstehen; mit der Treue von Männern hatte ich meine eigenen Erfahrungen gemacht…
Emelie, arbeite weiter und lass dich nicht von Leuten ablenken, die du nicht kennst.
Plötzlich räusperte sich jemand hinter mir. Schnell drehte ich mich um und da stand er vor mir. Aus der Nähe sah er wirklich noch besser aus… Ich musste mich verdammt noch mal zurück halten, aber er war verheiratet und ich wusste, wie man sich als Betrogene fühlt.
„Kann ich Ihnen helfen?“ fragte ich deshalb ruhig und freundlich. „Ich weiß nicht. Hätten Sie Lust nachher noch einen Kaffee trinken zu gehen?“ fragte er mich mit einem so atemberaubendem Lächeln.
Oh mein Gott! In jeder anderen Situation hätte ich Ja gesagt, aber er war verheiratet und vielleicht hatte er sogar ein Kind. Wahrscheinlich hat er seiner Frau gesagt, er geht eben etwas nachfragen und ist dann so dreist und fragt mich nach einem Date.
„Nein, ich verabrede mich nicht mit Kunden.“ sagte ich deshalb so reserviert wie möglich und drehte mich wieder um.
Ich war froh, als ich endlich Feierabend hatte und dieses abscheuliche Kostüm ausziehen konnte. Neu eingekleidet fiel mir auf, dass ich seit heute Morgen noch nichts gegessen hatte.
Zum Kochen hatte ich keine Lust, deshalb beschloss ich, meinen alten Schulfreund Eric in seinem Restaurant zu besuchen.
Gesagt, getan.
Wie immer war es gut besucht. Kein Wunder, Eric hatte das beste chinesische Essen weit und breit.
„Hey Lil, lang nicht mehr gesehen. Was führt dich denn endlich wieder mal hierher?“ fragte er, während er mich umarmte. „Was meinst du denn bitteschön mit endlich ?“ fragte ich gespielt empört. „Und wie wär’s, wenn du mich endlich mal bedienen würdest?! Immerhin bin ich ein zahlender Kunde.“
Nach ein paar weiteren Neckereien ging Eric in die Küche und bereitete mein Essen höchstpersönlich zu. Geduldig und voller Vorfreude auf meine gebratenen Nudeln saß ich an der Theke und ließ meinen Blick durch das Restaurant schweifen…
Ruckartig drehte ich meinen Kopf wieder nach links. So langsam kam ich mir verfolgt vor. Die blonde Schönheit von heute Mittag saß mit einem großen, schwarzhaarigen Mann an einem Tisch und er nahm ihre Hand während sie sich verliebt in die Augen sahen.
Ich konnte es nicht fassen! Wie konnte sie nur?! Wie konnte Sie ihren Mann hier an einem öffentlichen Ort betrügen, wo sie jeder sehen konnte?! Obwohl, vielleicht führten sie auch so eine offene Ehe; ihr Mann hat mich doch heute Mittag auch nach einem Date gefragt.
„So, ich hab‘ deine Nudeln mit extra viel Liebe zubereitet.“ unterbrach Eric, welcher plötzlich hinter mir stand, meinen inneren Monolog. „Mhh, das riecht köstlich, Eric.“ Sagte ich, während ich mich umdrehte und die Tüte entgegen nahm. Als ich mich wieder umdrehte fiel mir auf, dass Blondie auf mich zeigte und dem schwarzhaarigem Mann etwas sagte. „Ach so, das ist die, die unserem Ben einen Korb gegeben hat.“ sagte er laut lachend.
Und da kam mir die Erleuchtung; was ist, wenn der blonde Schönling nicht verheiratet war und die blonde Frau mit dem schwarzhaarigen Kerl hier im Restaurant zusammen war? Dann wollte er seine Frau heute Mittag nicht betrügen, sie betrog ihn gerade nicht und das Thema mit der offenen Ehe war somit auch beendet. Und ich war so dumm und habe ihn eiskalt abserviert!
Die ganze Nacht musste ich daran denken, wie ich meine Chance verpatzt hatte und dafür bekam ich die Quittung, als ich den Spiegel guckte. Augenränder konnte man das schon gar nicht mehr nennen.
Naja, ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht gutes Make-up besitzen würde. Als ich wieder halbwegs menschlich aussah, war es schon so spät, dass ich keine Zeit mehr zum frühstücken hatte und schnell in mein „Kostüm“ schlüpfen musste, um nicht zu spät zu kommen.
„Gut, dass du da bist, Emelie.“ Begrüßte mich Angela, die netteste meiner Kolleginnen. „Kannst du vielleicht meine Schicht übernehmen? Ich muss noch so viel für Heiligabend einkaufen, das schaffe ich sonst nicht. Und auch noch die ganzen Geschenke für meine Familie. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles schaffen soll.“ Erzählte sie mir.
„Ja, klar. Kein Problem, Ang.“ Versicherte ich ihr mit gespieltem Lächeln.
„Was ist los mit dir? Emelie, du weißt, dass du nicht lügen kannst und dein Lächeln ist zu hundert Prozent nicht echt.“ Sagte sie und sah mich skeptisch an.
„Ach, es ist nur so, dass jeder große Pläne für Weihnachten hat und mit der ganzen Familie zusammen ist, während meine Familie mich hasst und ich alleine bin.“ Fing ich an.
„Deine Familie hasst dich doch nicht. Du bist so eine nette und herzliche Person, Emelie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dich überhaupt jemand hassen kann, selbst wenn er es möchte.“
„Da kennst du meine Familie aber schlecht. Damals war ich mit jemandem zusammen; James. Meine Familie mochte ihn nicht, ich sollte mich von ihm trennen, was ich nicht wollte und so wurde ich kurzerhand rausgeworfen und niemand aus meiner Familie redete mehr mit mir. Und der Höhepunkt ist, als ich zu ihm ging um ihm davon zu erzählen, lag er mit ‘ner Anderen im Bett. Die ganze Zeit schon hatte er mich betrogen.“
„Oh, das tut mir leid. Das wusste ich nicht.“ Sagte sie und sah mich voller Mitleid an. Super, ich hasste es, wenn die Anderen mich so ansahen. „Ich hab ‘ne Idee.“ Rief sie und sah mich mit einem fetten Grinsen an. „Du kannst Weihnachten doch mit mir und meiner Familie verbringen. Was hältst du davon?“ fragte sie mich enthusiastisch.
„Ich weiß nicht, ich will euch nicht stören und das fünfte Rad am Wagen sein, Ang.“ Antwortete ich ausweichend.
„Ach was, du würdest uns nicht stören.“ Versicherte sie mir.
„Nein, nein, ich würde mich dabei nur schlecht fühlen. Feier du ruhig mit deiner Familie, das ist kein Problem für mich.“ Sagte ich lächelnd und hoffte, dass Angela nichts mehr dazu sagen würde. „Mhh, okay. Danke, dass du meine Schicht übernimmst. Du bist die Beste, Emelie“ bedankte sie sich, während sie mich umarmte. Um einem weiterem Gespräch mit Angela aus dem Weg zu gehen, drehte ich mich um und machte ich mich wieder an die Arbeit.
Und schon wieder sah ich die blonde Frau mit dem schwarzhaarigen Mann. Sie standen hinter mir und schienen darauf zu warten, dass Angela und ich unser Gespräch beendeten. So langsam wurde das unheimlich. Ich hoffte nur, dass sie unser Gespräch nicht mitverfolgt hatten.
Höflich fragte ich, ob ich ihnen behilflich sein könnte, um mich auch an die Geschäftsregeln zu halten.
„Ja, ich habe eine Bitte an Sie“, fing der Mann an zu sagen „Könnten sie meine Frau bitte davon überzeugen, dass eine Carrera-Bahn durchaus passend für unsere sechsjährige Nichte ist?“
Verwirrt sah ich ihn an. War das eine ernst gemeinte Frage? „Kommt ganz darauf an, ob ihre Nichte Autos mag.“ Antworte ich deshalb zögernd.
„Siehst du, Dan. Jetzt geh‘ deine Autobahn umtauschen und kauf‘ ihr etwas von Barbie.“ Sagte dann die Frau zu dem Mann, der anscheinend Dan hieß.
„Darf ich Sie etwas fragen?“ fragte mich die Frau, als ihr Mann lachend zur Kasse ging. „Ja, natürlich.“ Antwortete ich höflich, doch als Sie fragen wollte, klingelte ihr Handy.
„Hey Ben… Wir sind hier im Kaufhaus. Daniel geht gerade sein tolles Geschenk umtauschen… Ja, wir konnten ihn endlich überzeugen… Die nette Verkäuferin von gestern… Nein, ich habe dich nicht erwähnt… Jaja, schon gut. Bis nachher.“
„Das war mein Bruder.“ Entschuldigte Sie sich und verstaute das Handy in ihrer Tasche „Was ich fragen wollte; wir sind neu in der Stadt und hatten vor auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, jedoch haben wir keinen hier in der Nähe gefunden. Wissen Sie, wo ein schöner ist?“
Moment mal, was hatte sie zu ihrem Bruder gesagt? >Nein, ich habe dich nicht erwähnt<
War der schöne Mann, den ich gestern abserviert hatte, ihr Bruder? Wie konnte ich nur denken, dass sie verheiratet waren? Nach und nach ergab alles irgendwie Sinn; wie konnten mir die ganzen Ähnlichkeiten nicht auffallen?
„Kennen Sie nun einen?“ hakte Sie nach und unterbrach meinen Gedankengang. „Ähm… Ja, kenne ich.“ Sagte ich und erklärte ihr den Weg „Ist ein bisschen kompliziert zu finden.“
„Was halten Sie davon, wenn wir uns nachher um Acht hier vor dem Laden treffen und gemeinsam hingehen? Natürlich nur, wenn sie Zeit und Lust haben.“ Schlug Sie einladend vor.
„Nun, ich weiß nicht. Ich will Sie nicht stören; ich bin mir sicher, dass Sie den Weihnachtsmarkt schon selbst finden.“ Sagte ich und lächelte kurz. „Ach, Sie stören nicht. Immerhin habe ich Sie doch eingeladen. Haben Sie denn heute Abend schon etwas vor?“fragte Sie und ließ nicht locker.
„Nein, eigentlich nicht.“
„Na also. Wir sehen uns um Acht. Ich heiße übrigens Nicole; Nik ist auch okay.“ Sagte sie und wand sich dem Gehen zu. „Ich heiße Emelie.“ Rief ich noch hinterher, aber da war sie schon mit ihrem Mann verschwunden…
Jetzt triffst du dich also schon mit Fremden? „Sie hat mir doch gar keine andere Wahl gelassen.“, murmelte ich leise. Man hat immer eine Wahl, Emelie. Was ist, wenn deine Nicole eine verrückte Psychopathin ist? Ach, komm schon, Emelie. Jetzt sei nicht paranoid.
Pünktlich und wie verabredet stand ich um Acht vor meinem tollen Arbeitsplatz, jedoch war weit und breit keine Nicole zu sehen. Bis jetzt ist es mir nicht in den Sinn gekommen, dass sie es gar nicht ernst gemeint hat?
Doch als ich gehen wollte, kam jemand auf mich zu. Ich war verwirrt; das war die letzte Person, mit der ich gerechnet hätte. Anscheinend ging es ihm genauso wie mir.
„Sag mir nicht, dass meine Schwester dich herbestellt hat.“ Sagte er mit einer Stimme, die mich alles andere vergessen ließ.
„Äh ja, sie wollte mit mir auf den Weihnachtsmarkt. Naja, sagte sie zumindest.“
Er lachte kurz. „Das passt zu ihr. Mir hat sie gesagt, sie wäre schon hier und ich solle doch nachkommen.“
„Ich schätze, du willst bestimmt nach Hause. Wenn du möchtest, kann ich dich -“ Bot er mir höflich an, doch ich unterbrach ihn. Zum einen, weil ich mich entschuldigen wollte und möglicherweise auch, weil ich Zeit mit ihm verbringen wollte. „Es tut mir leid.“ Sagte ich deshalb schnell.
„Was tut dir Leid?“ fragte er mit verwirrter Miene. „Mein Verhalten letztens. Ich habe voreilige Schlüsse gezogen und dich falsch eingeschätzt.“ Gestand ich und guckte zu Boden.
Als ich wieder hoch guckte, sah er mich komisch an und fragte „Was hat Nik dir erzählt?“
„Ähm… Nichts. Was sollte sie mir erzählt haben?“ fragte ich nun verwirrt. „Ach, schon gut. Lass uns doch über den Weihnachtsmarkt gehen. Was hältst du davon?“ fragte er mich ausweichend und ich wusste nicht, ob er mich nur fragte um abzulenken oder, weil er es wirklich wollte. Trotzdem stimmte ich zu.
„Und, wie lange wohnt ihr schon hier? Deine Schwester meinte, dass ihr neu hierhin gezogen seid.“ Sagte ich, um das Eis zu brechen. „Wir sind vor ungefähr drei Wochen hierhin gezogen. Und du, lebst du schon lange hier?“
„Seit ich denken kann. Weißt du, die Leute hier ziehen nicht weg. Wer hier geboren wird, bleibt auch ein ganzes Leben lang hier. Es kommt selten vor, dass jemand Neues hierhin zieht.“ Antwortete ich und schaute zu ihm hoch.
Wir unterhielten uns weiter und achteten gar nicht auf die unterschiedlichen Stände, geschweige denn die anderen Menschen. Alles fühlte sich irgendwie so… vollkommen an. Plötzlich blieb Ben stehen. Verwirrt drehte ich mich zu ihm um und bemerkte erst jetzt die Musik, die auf der Bühne vor uns gespielt wurde. Als die Sängerin gerade >Video Games< von Lana Del Ray anstimmte, spürte ich, wie seine warme Hand nach meiner griff. Ich wusste gar nicht wie mir geschah, als er mich sanft näher zu sich heranzog.
Wir waren so nah beieinander und ich spürte, wie mein Gesicht sich errötete. Langsam bewegten wir uns zu der Musik und ich vergaß alles um mich herum. Das Einzige, was ich noch wahrnahm, waren seine Hände um meinen Körper und diese wunderbaren Augen, die wie ein Tor zu seiner Seele waren. Es war, als gäbe es nur uns beide auf dieser riesigen, chaotischen Welt.
Das Lied war mittlerweile zu Ende, doch wir ließen nicht voneinander ab. Fast schon magisch legte Ben seine Hand an meine Wange und blickte mir in die Augen. Sein Gesicht näherte sich dem Meinen und unsere Lippen waren nur noch wenige Millimeter voneinander getrennt…
Als ich aufwachte, kam mir der gestrige Tag wie ein wunderbarer Traum vor, aus dem ich nie mehr aufwachen wollte. Ich stand auf und nachdem ich das Lebkuchenherz auf meinem Nachttisch sah, wurde mir bewusst, dass es nicht nur ein Traum war, sondern wirklich passiert ist. Ich hätte es mir nicht schöner ausmalen können, doch es wurde immer besser; Ben lud mich zu sich nach Hause ein, um mit ihm und seiner Familie Weihnachten zu verbringen.
Während ich mich fertig machte, klingelte mein Telefon. Angela.
„Hey Angela. Was gibt’s?“ fragte ich, während ich mich schminkte. „Hey Emelie. Ich wollte nur nochmal nachfragen, ob du nicht doch nachher zu uns kommen willst.“
Ich erzählte ihr von Gestern aber ließ bewusst einige Stellen aus. „Oh, das freut mich ja so für dich, Emelie.“ Hörte ich sie euphorisch in den Hörer rufen. „Du erzählst mir doch hoffentlich noch, was nachher alles passiert, oder?“ fragte sie mit strenger Stimme, doch als ich antworten wollte, klingelte es an der Tür. „Du, ich muss auflegen; es hat gerade an der Tür geklingelt.“ Sagte ich hastig und legte auf.
Ich ging zur Tür, blickte durch den Türspion und da stand er, genauso atemberaubend wie gestern. Sobald ich die Tür öffnete, strahlte er mich an und fragte, ob ich fertig sei. Ich nickte, da ich von ihm so überwältigt und nicht mehr in der Lage war, einen vernünftigen Satz zu bilden. Er nahm meine Hand, während ich schnell noch meinen Mantel schnappte und die Tür abschloss.
Bei ihm zuhause angekommen, öffnete er mir die Autotür und führte mich zum Haus, welches unglaublich aussah; fast schon wie eine Villa. Die laute Weihnachtsmusik drang bis zu uns nach draußen und als wir eintraten, kam ich mir vor, wie in einem Weihnachts-Wunderland. Seine Familie empfing mich herzlich und ich fühlte mich sofort wohl und geborgen…
Ich hatte das Gefühl, dass dies das beste Weihnachtsfest meines Lebens werden würde und dieses bestätigte sich am Ende des Abends.